Freitag, 29. November 2013

Helikopter-Eltern

Bild: Beobachter.ch
Anfangs November ist im Beobachter ein empfehlenswerter Artikel zum Thema Helikoptern-Eltern erschienen. Der ganze Bericht kann nun online auf Beobachter.ch nachgelesen werden kann.

In diesem Bericht erzählt eine Kindergärtnerin aus Bern von den zunehmenden Ängsten der Eltern.
Sie erzählt zum Beispiel von einer Frau, welche sie bat, ihrem Kind das Spiel auf dem Klettergerüst zu verbieten. Oder auch von einem Mädchen, das vom Fruchtsalatschneiden dispensiert wurde: Den Eltern erschien der Umgang mit einem Messer zu gefährlich.

«Genau diese Kinder sind es, die sich im Kindergarten in den Finger schneiden», so Frick, «weil zu Hause das Mami alle Scheren und Messer unter Verschluss hält.»

Diese Erfahrung kenne ich nur zu gut aus einem Praktikum. Wir hatten innert kürzester Zeit drei blutende Finger. Einiger Kinder hatten zum ersten Mal ein Rüstmesser in der Hand. 

Seit ich nun selber Mama bin, kann ich aber die ängstlichen Eltern viel besser verstehen. Ich liebe meine kleines Gänseblümchen über alles und ich will unter keinen Umständen, dass ihr etwas zustösst. Doch das geht leider nicht und ist laut Jörg Frick, Psychologe und Dozent an der Pädagogischen Hochschule Zürich auch nicht förderlich.

«Ängstliche Eltern fördern durch ihr Verhalten genau das, was sie eigentlich verhindern wollen»
Bild: augsburger-allgemeine

Letzte Woche wurde ich mit meinen eigenen Ängsten konfrontiert.
Ich sass in einem Kaffee in Zürich und habe eine Mutter mit ihrem Kind beobachtet, das auf einem Laufrad war. Bei diesem Anblick wurde es mir ganz bang ums Herz und ich habe kurz den Atem angehalten, als der kleine Junge ganz kurz vor dem Fussgängerstreifen stoppte. Am Abend habe ich meinem Mann von der Situation erzählt und wir diskutierten darüber, ob das Verhalten der Mutter fahrlässig gewesen war. 
Wir sind zu keinem Entschluss gekommen. Es ist gut und mutig, dass sie ihren Jungen alleine fahren lässt und ihm dies zutraut. Ich stelle mir jedoch vor, dass wenn er unter ein Auto gekommen wäre, wird sich diese Mutter ein Leben lang Vorwürfe machen. Ein Gefühl, dass ich keinem Menschen wünsche.

Genau am nächsten Morgen ist in meinem Nachbardorf ein 13 jähriger Junge auf dem Fahrrad tödlich verunglückt ist. Dieser Unfall hat mich sehr berührt und ich frage mich, wie er hätte verhindert werden können. Was kann ich als Mutter oder Kindergärtnerin tun, dass solche Unfälle nicht passieren? Kann ich überhaupt was tun?
Diese Mutter aus Zürich hat vielleicht genau das Richtige getan. Sie hat ihren kleinen Sohn neben der dicht befahren Strasse fahren lassen. So kann das Kind lernen, sich im Strassenverkehr korrekt und aufmerksam zu verhalten und vielleicht kann so sogar ein zukünftiger Fahrradunfall verhindert werden.

Zum Schluss kann man sagen, dass es keine leichte Aufgabe für die Eltern und Kindergärtnerinnen ist, ein gutes Mittelmass zwischen fahrlässig und überbehütet zu finden. 
Wie es die Kindergärtnerin im Zeitungsartikel auch sagt, wir müssen die Kinder loslassen und dabei ein gewisses "Gottvertrauen"mitbringen. Was anderes bleibt uns auch nicht übrig, wenn wir unsere Kinder zu selbständig handelnden Wesen erziehen möchten.

Take care
euer Fräulein Löwenzahn

Ps:
Kennt ihr auch Helikopter-Eltern, die ihr Kind durch ihre Ängstlichkeit in der Entwicklung hindern? Oder gehört ihr gar selber zu dieser Gattung Eltern?
Eure Meinung interessiert mich.

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